Sina Bianca Hentschel wurde 1987 in Sonthofen, im Oberallgäu geboren. Schon früh begeisterte sie sich für die Schauspielerei und studierte eigenständig Rollen ein. Im Schultheater stand sie stets in der Figur der Hauptrolle auf der Bühne, u.a. als Burgfräulein Bö in 'Ritter Rost'.

Schon bald tat sich eine weitere große Leidenschaft in Sinas Leben auf: Die Pferde und die Reiterei. Als das gemütliche Geländereiten und die Inszenierung eines Winnetou-Streifens in der Reithalle  – mit Tipis und Marterpfahl – nicht mehr genügte, ging es auf Turnierreisen. Bald darauf war der Lust am Springsport in Höhe und Weite keine Grenze mehr gesetzt.

Zehn Jahre lang war Sina auf internationalem Parkett erfolgreich, gewann unter anderem schon 13-jährig bei den Europameisterschaften die Silbermedaille im Einzel, sowie die Bronzemedaille im Team. Nach zahlreichen Erfolgen bekam der Teenager die Möglichkeit, am Deutschen Olympischen Komitee für Reiterei in Warendorf zu trainieren.

Die Schule hatte für Sina aufgrund Ihrer sportlichen Karriere eher eine untergeordnete Priorität, ganze acht Schulwechsel wurden hierfür in Kauf genommen. In 2005, Sina war gerade im Gymnasium zu Beginn der Klasse 11, wurde die Schulzeit, sowie der Hochleistungssport aufgrund eines folgenschweren Reitunfalls abrupt beendet.

Nach monatelangen Reha-Maßnahmen, Seelenkrise und völliger Orientierungslosigkeit erinnerte Sina sich zurück an die Freude am Schauspiel, an den Nervenkitzel und die Lust, sich zu verwandeln und sich in andere Charaktere einzufühlen.

In 2007 absolvierte Sina ein Praktikum beim Münchner „Tatort“. Nach wenigen Tagen am Set, stand die Entscheidung fest: "Das will ich auch machen!". Ab diesem Zeitpunkt war es wieder da –  das altbekannte Glücksgefühl, das zu tun, was bereits  in Kindertagen eine überaus starke Anziehungskraft auf sie hatte.

Die Vernunft-Lösung – eine Ausbildung zur Verlagskauffrau in einem Pferdebuchverlag, welche in zwei Wochen beginnen sollte – sagte Sina ab. Stattdessen studierte sie mit den beiden Tatort-Kommissaren Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl Vorsprechrollen ein, die ihr im Set Wohnmobil wild gestikulierend Ratschläge für einen guten Start in die Schauspielerei gaben. 

Schon wärend ihrer Schauspielausbildung an zwei namhaften münchener Schulen, spielte Sina in einigen Kurzfilmen und holte den Preis als beste Schauspielerin in Holger B. Fricks 'Schließ ganz fest die Äugelein' beim Horror-Film-Festival in Österreich.

Unverhofft kam es auf den Straßen von Schwabing zur Begegnung mit Kult-Regisseur Klaus Lemke. Er sah in der jungen Schauspielerin großes Potential und bot ihr die Chance, in seinem neuen Film eine Hauptrolle zu spielen. Im August 2010 wurde der Film als „Hommage an Schwabing und seine Mädchen“ angekündigt und kurz darauf in einzelnen Kinos in München sowie im ZDF-Abendprogramm ausgestrahlt.

2011 wurde die Schauspielerin an der Seite von Lemke von dem Starfotograf Jim Rakete, der kurz darauf ein Foto der Beiden in den Bildband 'Stand der Dinge' veröffentlichte, abgelichtet.

Im Januar 2012 drehte Sina mit Joscha Kiefer für die 'Soko 5113' unter der Regie von Patrick Winczewski. Als dann im Frühjahr das Angebot für eine durchgehende Nebenrolle als Reitlehrerin beim Forsthaus Falkenau kam, war Sina happy, denn sie konnte in dieser Rolle ihren Beruf mit der Leidenschaft zu den Vierbeinern verknüpfen. Abgerundet wurde das Jahr mit einer Nebenrolle in der Soko Stuttgart unter der Regie von Rainer Matsutani.

Im Sommer 2012 war sie auf hoher See vor Palma de Mallorca bei der Promi- Regatta  für die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. dabei und büffelte mit den anderen Schauspielkollegen Tag und Nacht für den Sportboot- Führerschein.

In der drehfreien Zeit besucht Sina zweimal wöchentlich das 'Meisner' Training bei Jan Messutat in München, nimmt an verschiedenen Schauspielworkshops teil und tönt mit dem Korken im Mund aus 'Der kleine Hey - Die Kunst des Sprechens', sowie aus Rainer Maria Rilkes "Liebesgedichte". Das Training wird einmal die Woche von ihrer langjährigen Logopädin Claudia Fiedler überwacht und korrigiert.

Einen Beruf zu wählen, bei dem die Leidenschaft im Vordergrund steht, ist nichts für Feiglinge. Sina ist mutig genug und mit ganzem Herzen dabei. Sie nimmt jeden Augenblick bewusst wahr, denn, wie schnell es vorbei sein kann – das Leben – ist ihr schon früh bewusst geworden.